Casino Tennis Gesellschaft Kempen
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Statuten vom 31. Juli 1841

Der Name Casino wird beschlossen

Statuten für die geschlossene Gesellschaft Casino in Kempen

Paragraph 1

Die hier seit dem Jahre 1806 zur geselligen Unterhaltung bestandene geschlossene Gesellschaft wird auf unbestimmte Zeit unter den nachstehenden Statuten fortgesetzt.

Paragraph 2

Die geschlossene Gesellschaft nimmt den Namen „Casino“ an und bezweckt die Unterhaltung und Beförderung eines freundschaftlichen, gesitteten Umgangs und geselliger anständiger Vergnügungen.

Paragraph 3

Die Gesellschaft ist zusammengesetzt: aus ordentlichen und außerordentlichen Mitgliedern, deren Rechte und Pflichten unten näher bestimmt werden.

Paragraph 4

Zum Versammlungslokal der Gesellschaft ist das, auf den Grund eines Beschlusses der General-Versammlung vom 6. April dieses Jahres, von dem Eigentümer Herrn Heinrich Kehren angekaufte Wohnhaus bestimmt.

Paragraph 5

Da die 1550 Taler betragende Kaufsumme dem Kaufvertrage zufolge, bis zur nähern, sechs Monate vorherigen Kündigung gegen vier und ein halb Prozent Zinsen stehen bleibt, so werden diese Zinsen von den sämtlichen Mitgliedern der Gesellschaft ratierlich aufgebracht und jährlich beigenommen. Sollte das Kaufkapital selbst zur Ablegung kommen und dasselbe nicht durch ein neues Anlehen aufgebracht werden können, so sind die zeitlichen ordentlichen Mitglieder verpflichtet, zu dessen Tilgung ratierlich beizutragen.

Paragraph 6

Die Kosten der in Gemäßheit des vorrelatierten Beschlusses der General-Versammlung nach dem Plan des Kreisbaumeisters Lüdke zu machenden Vergrößerung und respektive Verschönerung des Lokals, sollen durch freiwillige Vorschüsse des Mitglieder,
der sogenannten Aktien jeder zu 25 Taler, aufgebracht und in sofern solches nicht geschehen könnte, der Rest von sämtlichen ordentlichen Mitgliedern des Gesellschaft ratierlich beigetragen werden.

Paragraph 7

Diese Aktien werden bis zur Ablage mit 5% vom Jahre verzinst, welche Verzinsung mit dem ersten August dieses Jahres ihren Anfang nimmt und den sämtlichen Mitgliedern zur
Last fällt.

Paragraph 8

Mit jedem Jahre, zwar mit dem 1. August 1842 zum ersten Mal, werden vier Aktien, zusammen also 100 Taler, zurück erstattet. Sollte diese Rückerstattung nicht aus der Gesellschaftskasse geschehen können, so haben die sämtlichen ordentlichen Mit-
Glieder hierzu ratierlich beizutragen.
Die Reihenfolge der Rückerstattung wird jährlich durch das Los bestimmt, jedoch haben hierbei zunächst den Vorzug:
a) die Erben der mit Tod abgegangenen Mitglieder;
b) diejenigen Mitglieder, welche dadurch aus der Gesellschaft scheiden, dass sie die hiesige Stadt verlassen; dann
c) jene, welche mehr als eine Aktie gezeichnet haben.

Paragraph 9

Die Einziehung der Aktien, so wie des zufolge §6 von den ordentlichen Mitgliedern ratierlich zu leistenden Mehrbeitrages der Baukosten geschieht durch die in der oben erwähnten General-Versammlung vom 6. April erwählte Baukommission, nach Maßgabe des Bedürfnisses.

Paragraph 10

Nur die ordentlichen Mitglieder haben Stimmrecht und Anspruch an das Eigentum der Gesellschaft. Beides erlöscht durch Tod, Austritt oder Exclusion.

Paragraph 11

Als außerordentliche Mitglieder können nur diejenigen aufgenommen werden, deren Aufenthalt in der Stadt Kempen allen Anschein hat, nicht lange zu währen, und sind solche nur auf die Dauer eines Jahres zulässig. Bei längerem Aufenthalte treten solche nach Ablauf des Jahrs als ordentliche Mitglieder in die Gesellschaft ein, ohne das es dann einer neuen Ballotage zur Aufnahme als solche bedarf. Diese Bestimmung gilt auch für die vorhandenen außerordentlichen Mitglieder, und soll deren Zeit ein Jahr vom Tage der Unterzeichnung der gegenwärtigen Statuten ablaufen, insofern die nach den früheren Bestimmungen geltende 2-Jährige Frist für dieselben nicht schon früher zu Ende geht.

Paragraph 12

Jedes Mitglied hat das Recht:
a) sämtliches Eigentum des Gesellschaft zu benutzen.
b) Einsicht der Protokolle, der Gesellschafts-Rechnungen und deren Belege zu nehmen.
c) Freunde, nämlich Personen, welche nicht in der Stadt Kempen wohnen, in die Gesellschaft einzuführen
d) bei Bällen und Konzerten oder sonst außerordentlichen Begebenheiten ihre Söhne, Brüder und sonstige Anverwandten einzuführen, sofern sie nicht über 21 und unter 15 Jahre alt sind, so wie auch Damen im Allgemeinen.

Paragraph 13

Dagegen ist jedes Mitglied verpflichtet:
a) sich in der Gesellschaft der Art zu benehmen, dass die Unterhaltung nicht gestört werde.
b) Die von der Gesellschaft beschlossenen Eintrittsgelder und Beiträge längstens binnen 14 Tagen nach der Festsetzung und Bekanntmachung zu bezahlen, welche Frist bei abwesenden Mitgliedern vom Tage ihrer Rückkehr zu laufen beginnt.
c) Sich den in der Generalversammlung gefassten Beschlüssen zu unterwerfen.
d) Sich den Anordnungen des Vorstandes zu fügen. Alles unter den Strafen, welche unten näher bestimmt werden.

Paragraph 14

Die Angelegenheiten der Gesellschaft werden durch einen Vorstand besorgt, welcher alljährlich am 1. Oktober von den ordentlichen Mitgliedern der Gesellschaft durch schriftliche Abgabe der Stimme nach absoluter Stimme Mehrheit gewählt wird.
Dieser Vorstand besteht aus drei Direktoren, wovon einer nach der unter sich zu treffenden Wahl zugleich die Geschäfte des Sekretärs besorgt, welch letzterer auch für das folgende Jahr noch Mitglied des Vorstandes (jedoch nicht mehr als Sekretär) zu bleiben verpflichtet ist. Im Übrigen haben alle gleiche Rechte und Pflichten.

Paragraph 15

Zu gleicher Zeit und ebenso durch Stimmzettel nach absoluter Stimmenmehrheit, wählt die Gesellschaft denn auch unter sich zwei Ökonomen, denen die Anschaffung der Getränke und überhaupt die Besorgung der Ökonomie der Gesellschaft, unter der Bestimmung des Vorstandes, obliegt. Einer dieser beiden Ökonomen besorgt zugleich die Geschäfte eines Rendanten (Rechnungsführer) der Gesellschaft, und hat bei Ablauf des Verwaltungsjahres dem Vorstand Rechnung abzulegen, welch letzterer zur Décharge-Erteilung (Entlastung) ermächtig ist.

Paragraph 16

Zu den obigen Funktionen können nur ordentliche Mitglieder der Gesellschaft gewählt werden und darf derjenige, welcher gewählt wird, sich dieser Verpflichtung nicht entziehen, es sei denn, dass das gewählte Mitglied innerhalb der letzten drei Jahre bereits eine Verwaltungsstelle hat, und bei den Ökonomen noch insbesondere, dass der Gewählte das
Alter von sechzig Jahren erreicht habe, oder dass derselbe es vorziehe, statt des Amtes, 15 Jahre in die Gesellschaftskasse zu bezahlen, welches Opfer in der Folge zu denselben
Ansprüchen berechtigt, als ob der Gewählte das Amt wirklich wahrgenommen habe.

Paragraph 17

Dem Gesellschaftsvorstand obliegt es:
a) die Gesetze der Gesellschaft und die Ordnung zu handhaben
b) die Beiträge in den hiernach festgesetzten Beiträgen auszuschreiben und für den Rendanten zur Einziehung anzuweisen
c) das Vermögen der Gesellschaft zu verwalten, für dessen Konservierung bestens zu sorgen und über desselben bei jedem Wechsel der Ökonomen Inventarium aufzunehmen.
d) Über die Beschlüsse der Gesellschaft unter namentlicher Angabe der stimmenden Mitglieder, in ein eigens dazu bestimmtes Buch Protokoll aufzunehmen und solches durch seine Unterschrift zu vollziehen.

Paragraph 18

Derselbe Gesellschaftsvorstand ist dagegen befugt, ohne Anfrage:
a) die laufenden Bedürfnisse anzuschaffen
b) auch im Laufe des Jahres für Mobilien und sonstige Utensilien die Summe von 30 Talern zu verwenden.
c) Die Preise der wie vorbesagt nach seiner Bestimmung von den Ökonomen anzuschaffenden Getränke, Karten der Bälle, Konzerten u.s.w. festzusetzen, wobei jedoch der Nutzen auf die Weine 20% nicht übersteigen darf.
d) Freunden, welche sich einige Zeit in der Stadt oder Umgegend aufhalten, mittelst einer unentgeltlich auszustellenden Karte, die Erlaubnis zu erteilen, die Gesellschaft zu besuchen.

Sollte ein Mitglied des Vorstandes die Getränke selbst liefern wollen, so darf dasselbe selbstredend an der Auswahl Anteil nehmen, und sind die beiden übrigen Mitglieder des Vorstandes, dann verpflichtet, an dessen Stelle ein anderes Mitglied der Gesellschaft nach ihrer Wahl zuzuziehen. Auch hat der Vorstand dafür zu sorgen, dass beim Ablauf des Jahres die Vorräte der Getränke so gering als tunlich sind.

Paragraph 19

In die Gesellschaftskasse fließen:
a) das hiermit für jedes ordentliche Mitglied auf 10 Taler festgelegte Eintrittsgeld, welches bei der Aufnahme zu entrichten ist;
b) die jährlichen Beiträge, welche wir bisher auf 4 Taler festgestellt bleiben, jedoch nach Maßgabe des Bedürfnisses von dem Vorstande, ohne Zurechnung der zur Ergänzung des Baukapitals erforderlichen Fonds, bis auf 8 Taler erhöht werden können und sowohl die außerordentlichen, als die ordentlichen Mitglieder zu bezahlen haben.
c) Die eingehenden Strafgelder, der Ertrag der Eintrittskarten zu Bällen und Konzerten und diverserer sonst nachkommenden Einnahmen der Gesellschaft.
d) Der Erlös der Ökonomie.

Paragraph 20

Aus der Gesellschaftskasse werden bestritten:
a) die Kosten des Zeitungen und Journale, deren wenigstens zwei gehalten werden sollen, und die beim Anfange eines jeden Jahres von der Gesellschaft gewählt werden.
b) Die Kosten der von der Gesellschaft beschlossenen Bälle, derer in jedem Jahre wenigstens zwei, zwar einer an Silvesterabend und der andre am Sonntag des Karnevals gehalten werden sollen;
c) jene der Konzerte
d) jene der außergewöhnlichen Anschaffungen in Folge der Beschlüsse der Gesellschaft oder wozu der Vorstand nach §18.b befugt ist.
e) Die Kosten der Ökonomie

Paragraph 21

Der Gesamtwille der ordentlichen Mitglieder ist für
Jedes einzelne Mitglied der Gesellschaft Gesetz.
Als Ausdruck dieses Gesamtwillens gilt bei der Abstimmung
Absolute Stimmenmehrheit, wobei 2/3 der
Mitglieder anwesend sein müssen. Eine Ausnahme machen:
a) Aufnahme eines neuen Mitgliedes, wobei mindestens 2/3 der ordentlichen Mitglieder anwesend und von diesen wenigstens 2/3 für die Aufnahme sein müssen.
b) Der Fall der Exclusion, wie solches im §33 hiernach bestimmt ist.

In den Fällen, wo absolute Stimmenmehrheit vorgeschrieben ist wird bei einer Stimmgleichheit von neuem gestimmt. Bei einer zweiten Stimmgleichheit entscheidet die Meinung des Vorstandes.

Paragraph 22

Vorschläge, die nach dem Ermessen des Vorstandes von Wichtigkeit sind, und insbesondere solche unbedingt, welche die Abänderung eines Gesetzes oder die Aufnahme eines neuen Mitgliedes zum Gegenstand haben, sollen acht Tage bevor darüber abgestimmt wird, durch Anhaftung im Gesellschaftslokale bekannt gemacht werden. Ende dieser Bekanntmachungen muss den Tag und die Stunde enthalten, wann darüber abgestimmt werden soll und wenigstens von einem Mitgliede des Vorstandes unterschrieben sein.

Paragraph 23

Bei allen Beratschlagungen macht der Vorstand allein den Vorschlag und den Vortrag. Andere Mitglieder müssen die ihrigen einem Mitgliede des Vorstandes schriftlich übergeben, dass seinerseits verpflichtet ist, auf Verlangen mit Verschweigen des Namens des
Urhebers dafür zu sorgen, dass sie zum Vortrage und zur Abstimmung gelangen.

Paragraph 24

Jedes ordentliche Mitglied ist bei zehn Silbergroschen Strafe verbunden, an den zum Abstimmen ausgeschriebenen Versammlungen, welche drei Tage vorher schriftlich und unter Beziehung des betreffenden Gegenstandes durch Circular den Mitgliedern bekannt zu machen sind, Anteil zu nehmen. Nur Abwesenheit oder Krankheit können entschuldigen,
in solchen Fällen jedoch vorherige Anzeige oder spätere Entschuldigung erforderlich ist, deren Würdigung dem Vorstande überlassen bleibt. In Abwesenheit, Krankheit oder sonstigen Verhinderungsfällen ist auch die Vertretung durch ein anderes Mitglied zulässig, wozu jedoch schriftlicher Auftrag erforderlich ist. Bei allen Generalversammlungen ist die
Anwesenheit von Freunden nicht gestattet.

Paragraph 25

Gleich nach dem Schlage der angesetzten Versammlungsstunde, wenn die erforderliche
Anzahl der Mitglieder vorhanden ist, sonst eine Stunde nachher, werden die Namen der anwesenden Stimmberechtigten am Rande des Protokolls über die Ballotage verzeichnet und zur Ballotage geschritten. Diejenigen Mitglieder, welche nach dieser Stunde erscheinen, nehmen zwar Anteil an der Ballotage, falls solche dann noch nicht beendigt
sein sollte, sind jedoch in die gesetzliche Strafe verfallen. Kann wegen Mangels der gehörigen Anzahl der Mitglieder nach dem Schlage der zweiten Stunde die Ballotage nicht gleich beginnen, so muss dieselbe bis zu einen anderen Tage ausgesetzt werden.

Paragraph 26

Das Ballotieren geschieht auf folgende Art. Der dabei die Aufsicht führende Vorstand lässt
jedem Stimmenden zwei Kugeln – eine weiße und eine schwarze – zustellen, von welchen der Stimmende eine in das dazu bestimmte Kästchen wirft. Finden sich bei der Vergleichung mehr Kugeln als Stimmende, so ist die Ballotage ungültig und muss dann wiederholt werden.
Finden sich weniger Kugeln darin vor, so stimmen die fehlenden gegen den Vorschlag.

Paragraph 27

Wer sich als Mitglied der Gesellschaft vorschlagen lassen will, hat dieses durch ein anderes Mitglied dem Vorstande anzuzeigen, über die Aufnahme muss dann binnen 14 Tagen nach der Eingabe abgestimmt werden.

Paragraph 28

Niemand ist als Mitglied zulässig, der nicht das 21. Lebensjahr zurück gelegt hat.

Paragraph 29

Der Nichtaufgenommene kann erst sechs Monate nach der Ballotage zum zweiten Mal und u.s.w. wieder vorgeschlagen werden. Dasselbe gilt bei allen anderen zur Abstimmung gebrachten Vorschlägen.

Paragraph 30

Den neu aufgenommenen Mitgliedern werden gleich nach der Aufnahme die Statuten der Gesellschaft vorgelegt, es unterschreibt dieselbe und tritt dadurch in alle Rechte und Pflichten der Mitglieder der Gesellschaft.

Paragraph 31

Für den Fall dass willkürlichen Austritts zeigt das Mitglied seine Absicht dem Vorstande an, und dasselbe verliert durch einen solchen alle Rechte und Ansprüche, welche es als Mitglied hatte, bleibt jedoch nach wie vor zu allen Beiträgen des laufenden Rechnungsjahres verpflichtet.

Paragraph 32

Wer einmal freiwillig ausgetreten ist, und später wieder zugelassen zu werden wünscht, wird wie jeder behandelt, der zum ersten Male der Gesellschaft beitritt. Derjenige jedoch, welcher dadurch aus der Gesellschaft austritt, dass er die hiesige Stadt verlässt, soll bei seiner späteren Zurückkunft auf Verlangen und nach vorheriger Anzeige bei dem Vorstande ohne Ballotage und Eintrittsgeld wieder aufgenommen werden; für diesen Fall hört die Pflicht des Beitrages zu den Ausgaben mit dem Tage des Austritts auf.

Paragraph 33

Der Gesellschaft steht es zu, einzelnen Mitgliedern aus dem Bunde zu entfernen.
Der Vorschlag hierzu muss von drei ordentlichen Mitgliedern ausgehen, schriftlich und auf Grunde gestützt sein, und im Besonderen vor Sitzung beraten und entschieden werden.

Die Ausschließung des Mitgliedes ist nur dann beschlossen, wenn wenigstens ¾ der ordentlichen Mitglieder anwesend sind und von diesen wenigstens ¾ derselben für die Austretung gestimmt haben.

Paragraph 34

Der Vorstand ist verpflichtet, in geeigneten Fällen jedes Mitglied der Gesellschaft zur Ordnung zu ermahnen und falls dieser Ermahnung keine Folge gegeben wird, zur Ordnung aufzufordern. Jedes Mitglied ist verpflichtet, dieser Aufforderung bei Vermeidung einer Strafe von drei Talern Folge zu leisten. Über die Anwendbarkeit dieser Strafe entscheidet der Vorstand.

Paragraph 35

Sollten gegen Erwarten Beleidigungen jeder Art unter den Mitgliedern der Gesellschaft im Gesellschaftslokale vorfallen, so sind die Beteiligten bei Strafe der Exclusion verpflichtet, bevor sie dieserhalb klagend bei Gericht auftreten, von dem Vorstande der Gesellschaft zur Sühne zu erscheinen. Im Falle alsdann eine gütliche Beilegung der Streitigkeiten nicht erfolgen sollte, so darf sie erst 14 Tage nach dem Vorfalle von dem einen oder anderen
Mitgliede zur Klage bei Gericht vorgebracht werden.

Paragraph 36

Wer die Eintritts- , Beitrags-, Straf- und sonstigen Gelder in den bestimmten Terminen nicht bezahlt, auch auf eine deshalbige Anmahnung hierin länger als 14 Tage säumig bleibt, soll von dem Vorstande schriftlich zur Zahlung aufgefordert werden und falls er binnen zwei Monaten dieser Aufforderung keine Genüge leistet, ohne weiteres von der Gesellschaft ausgeschlossen sein. In der Zahlungsaufforderung hat der Vorstand das betreffende Mitglied auf die hier festgelegte Strafe aufmerksam zu machen.

Paragraph 37

Mitglieder, welche Fremde in die Gesellschaft einführen, haben bei Vermeidung einer Strafe von 10 Groschen deren Name, Stand und Wohnort in das dazu bestimmte Buch bei dem Eintritt in die Gesellschaft einzutragen, und sind außerdem für das anständige Benehmen das eingeführten Fremden, so wie für die Bezahlung dessen Verzehrs verantwortlich.
Fremde, welche Erlaubniskarten der Vorstandes – §18 c – die Gesellschaft besuchen, sind von dem Sekretär in dasselbe Buch ebenfalls bei Vermeidung einer nämlichen Strafe
von 10 Talern gleich einzutragen.

Paragraph 38

Hazardspiele aller Art sind verboten, bei Strafe von einem Taler in jedem Übertretungsfalle und für jeden Spieler. Entsteht Zweifel über die Natur des Spiels, so entscheidet darüber der Vorstand.

Paragraph 39

Das Tabakrauchen ist bei Bällen und Konzerten im Saale nicht gestattet.

Paragraph 40

Beim Ende eines jeden Vierteljahres soll von dem Vorstande ein Verzeichnis der verfallenen und einzuziehenden Strafen angefertigt und jeder Strafpflichtige zur Entrichtung der Strafe schriftlich aufgefordert werden. Wird von diesen binnen 8 Tage nach der Aufforderung keine Erinnerung wegen eines Irrtums vorgebracht, so soll die Strafe als anerkannte angesehen und binnen 14 Tage nach Zahlungsaufforderung in die Gesellschaftskasse gezahlt werden.
Die Eintreibung dieser Strafe erfolgt wie die übrigen rückständigen Beiträge.

Paragraph 41

Die Auflösung der Gesellschaft kann nicht anders erfolgen, als wenn wenigstens drei Viertel der ordentlichen Mitglieder solches schriftlich fordern. Im Falle dieser Auflösung werden zuerst alle Schulden abgetragen, dann das Vermögen verkauft und der Betrag unter die ordentlichen Mitglieder der Gesellschaft zu gleichen Teilen verteilt. Der Verkauf und die Teilung ist auf Anstehen der zeitlichen Mitglieder des Vorstandes zu bewirken.

Paragraph 42

Vorstehende Statuten, zu deren pünktlicher Befolgung sich die Mitglieder der Gesellschaft durch ihre Unterschriften verpflichten, sollen einer Königlichen Regierung zur Genehmigung vorgelegt werden.

Paragraph 43

Gegenwärtige Statuten sollen gedruckt werden.

Kempen, den 31. Juli 1841