Casino Tennis Gesellschaft Kempen
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Chronik

Die Geschichte der Casino Tennisgesellschaft

Ein Verein im Wandel der Zeit

 

Als sich im Tennisverband Niederrhein die Nachricht verbreitete, dass die Casino Tennisgesellschaft im August 2006 200 Jahre alt wird, staunten viele Experten. Selbst beim Deutschen Tennisbund in Hamburg wirkten die Verantwortlichen der Pressabteilung angesichts dieser Zahl recht ungläubig, Keine Frage, das Casino ist der älteste Tennisverein Deutschlands. Doch Tennis gespielt wird hier erst seit 99 Jahren. Zwei Vereine in Deutschland können auf eine noch längere Geschichte des weißen Sports zurückblicken. Beim Cannstatter TC wird seit 1891 gespielt, bei Rot-Weiß Baden-Baden seit 1881.

1806 gehörte Kempen zu Frankreich. Der anerkannte Kreisarzt Dr. Heinrich Kauerz und Peter Josef Bister, der damals im ehemaligen Franziskanerkloster die Secundärschule leitete, gründeten eine Gesellschaft zur Förderung der Geselligkeit und des Miteinanderverbundenseins. Sinn und Zweck war die Pflege des gesitteten Umgangs und des anständigen Vergnügens. Wo tagten nun die Mitglieder? In dem Protokoll der Generalversammlung vom 1. Oktober 1824 wird das Haus Krah an der Mülhauser Straße als Gesellschaftslokal bezeichnet. Man tagte auch am Markt im Gasthof Keuter (heute Heiliggeistkapelle).
Das Jahr 1841 war entscheidend für die spätere Entwicklung unseres Vereins. Die geschlossene Gesellschaft nahm den Namen Casino an. In den Statuten stand zum Beispiel, dass das Tabakrauchen bei Bällen und Konzerten im Saal nicht gestattet ist. Die Statuten der Gesellschaft Casino wurden vom Landrat Förster genehmigt.
Am 24. September 1842 erwarb die Gesellschaft von Heinrich Kehren, Ackerwirth in Kempen für 1550 preußische Taler ein Wohnhaus an der Engelstraße (heute Engerstraße/Enger-Apotheke). Dort trafen sich die Kempener Herren fast jeden Abend, um bei Kerzen und Petroleumlicht ihren Wein oder ihr Bier zu trinken. Sie lasen in damaligen großen Zeitungen, besprachen politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Probleme und natürlich auch über ihre täglichen Sorgen. Sie veranstalteten Bälle zur Kirmes und zur Fastnacht. Konzerte fanden auch statt. Man spielte Karten und Billard. Durch Hauskauf und Umbaumaßnahmen war das Geld knapp. Man spielte in der damaligen Lotterie mit. Das trug 1861 erstmals Früchte, als die Gesellschaft einen nennenswerten Betrag, nämlich 205 Taler, gewann und damit Schulden tilgte. Fünf Jahre später wurde das Casino im Austausch mit der evangelischen Kirchengemeinde vergrößert. In den Folgejahren ereignete sich nicht viel. Die Finanzlage blieb angespannt. 40 Jahre nach dem Hauskauf war die Hypotheken-Schuld immer noch nicht gelöscht. 1893 drohte dem Casino erstmals das Ende. Eine Reihe von Mitgliedern hatte die Auflösung beantragt. Bei der Abstimmung fehlte aber die erforderliche Dreiviertel-Mehrheit.
1896 erlebte das Vereinsleben in Kempen einen wahren Boom. Die meisten Vereine waren nach der Revolution von 1848/49 entschanden. Nur das Casino und die alte Bruderschaft waren älter. Auch das Casino erlebte einen neuen Auftrieb. Der Vorstand erhielt 1899 den Auftrag, ein Grundstück für einen Neubau zu finden.

Bereits nach einem Monat wurde der Ankauf der Gärten am Hessenring beschlossen. Per Kaufvertrag vom 10. August 1899 ging das Grundstück des Mönchengladbacher Fabrikbesitzers Arthur Lamberts für 5953, 50 Mark in den Besitz des Casinos über. Am 29. Januar kommt es zur Vereinigung der beiden Gesellschaften Casino und Leseverein. Beide Gruppen einigen sich auf den Namen Casino. Im Oktober wird der Kempener Bauunternehmer Jakob Pegels beauftragt, für 35000 Mark ein Vereinshaus zu bauen, das bereits ein Jahr später bezogen werden konnte.

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Aufgrund der veränderten Lebensverhältnisse wurde 1903 eine Bücherei eröffnet, 1904 eine Billardkommission ernannt und die Kegelordnung festgelegt. Am 28. April wird die Errichtung eines Tennisplatzes erwogen und dafür eine Kommission gebildet. Am 18. November 1906 wurde das 100 jährige Stiftungsfest gefeiert. Im April 1907 wurde das Casinogrundstück für den Bau des Tennisplatzes erweitert.
Der 1. Weltkrieg stoppte dann die erfreuliche Entwicklung der Gesellschaft. Das Vereinshaus wurde 1918 für ein Jahr von belgischen Besatzungstruppen beschlagnahmbeschlagnahmt. Die Mitglieder tagten zunächst im Hause des Kreisarztes Dr. Herbst, später bei Amtsgerichtsrat Büttgenbach.

1920 wurde die Räume wieder frei. Ganz langsam begann sich das Vereinsleben wieder zu entwickeln. Dabei spielten die Kegelclubs eine wichtige Rolle. Am 15. Dezember 1932 wurde erstmals der Casino-Wanderpokal ausgekegelt.
Als die Nationalsozialisten 1933 an die Macht gekommen waren, drohte dem Casino Unheil. Ein Mann der Deutschen Arbeiterfront hatte ein Auge auf das Haus am Hessenring geworfen. Doch die Grundstücke waren mit so hohen Belastungen belegt worden, dass der Erwerb uninteressant war. Dennoch, die Zeit nach dem 2. Weltkrieg war unerfreulich. Das Haus wurde beschlagnahmt und mit Flüchtlingen zwangsbelegt. Vier Jahre mussten die Mitglieder auf das Vereinshaus verzichten. Da aber gerade in dieser schweren Zeit der Gemeinschaftsgeist stark ausgeprägt war, traf man sich regelmäßig in der Gaststätte Pasch am Luisenplatz. Unter dem Vorsitzenden Hermann Herfeldt, der seinem 1941 verstorbenen Schwiegervater Bommers folgte, gelang es trotz Hungersnot, Schwarzmarkt, Inflation und Währungsreform den Verein zusammenzuhalten.
Ende 1949 wurde das Vereinshaus in einem völlig desolaten Zustand seinen Mitgliedern zurückgegeben. Aus der Wandvertäfelung wurde zum Beispiel Brennholz, aus Vorhängen und Dekorationen Kleider und Decken gemacht. Insgesamt war aus dem gepflegten Haus der Vorkriegszeit ein Dreckstall geworden. Die gewährte Entschädigung reichte bei weitem nicht aus, die entstandenen Schäden zu beheben. Da das Geld knapp war, dauerte es viele Jahre, bis das Nötigste repariert war. Der gute alte Tennisplatz war zwar damals wieder für den Spielbetrieb hergerichtet worden, doch die sportlichen Ambitionen waren eher bescheiden. Sie beschränkten sich auf den Kreis weniger Mitglieder. Mannschaftsspiele gegen andere Vereine waren die Ausnahme. Dagegen erlebte das gesellige Leben des Vereins einen Aufschwung. Unsere älteren Mitglieder schwärmen noch heute von den rauschenden Festen, die Jahr für Jahr an Karneval gefeiert wurden. Samstags und Rosenmontag tobten die Erwachsenen, Veilchendienstag die Kinder und Jugendlichen. Auch der kulturelle Bereich kam mit Musikabenden, Dia-Vorführungen, Kunstausstellungen oder Vorträgen nicht zu kurz.

1954 war ein weiteres wichtiges Jahr für das Casino. Der damalige Vorstand wollte mehr junge Leute für den Verein begeistern und diesen damit auf Dauer lebensfähig zu machen. Dieses Ziel sollte auf sportlicher Basis erreicht werden. Das Grundstück wurde erweitert und der Bau von zwei weiteren Plätzen beschlossen. So sollten neue Mitglieder gewonnen werden. Um in den Genuss öffentlicher Mittel zur Sportförderung zu kommen, gründeten die tennisbegeisterten Mitglieder den CTC-Casino-Tennisclub, der am 5. April 1954 unter der Nummer 100 in das Vereinsregister Kempen eingetragen wurde. Noch im gleichen Jahr wurde der CTC Mitglied im Tennisverband Linker Niederrhein. Mit dem Verein Casino wurde am 15. Oktober 1955 ein auf 30 Jahre befristeter Pachtvertrag über die Tennisanlage abgeschlossen. Der CTC erhielt eine eigene Satzung. Im §2 heißt es: Der Zweck des Vereins ist, auf gemeinnütziger Grundlage den Tennissport zu fördern und seine Interessen zu wahren. Den Vorsitz des CTC hatte seit der Gründung Dr. Heinz te Neues, ab 1957 Bernd Janssen. Während in der Casino-Gesellschaft das Vereinsleben bedingt durch ständig wachsende Reparaturkosten am und im Gebäude sowie zunehmende Schwierigkeiten in der Besetzung der Ökonomie eher rückläufig war, wurde der Spielbetrieb im Tennisclub von Jahr zu Jahr erweitert. Die Mitgliederzahl stieg, das Spielniveau verbesserte sich. Verbindungen zu benachbarten Vereinen wurden geknüpft und neben den jährlichen Clubmeisterschaften größere Freundschaftsturniere gespielt. Spielstarke Mitglieder beteiligten sich auch an den Verbandsmeisterschaften. Ende 1959 hatte der CTC 107 Mitglieder (91 Aktive und 16 Passive). Es gab aber Probleme wegen der Pflege der Plätze, der Umkleide- und Duschmöglichkeiten (es gab nur eine kleine Bretterbude am alten Platz) und vor allem wegen der Ökonomie des CTC. Während es schon damals üblich war, dass sich Mitglieder und Gäste nach dem Tennisspiel im Clubhaus zu einem Getränk oder einem Imbiss zusammensetzten, mussten damals sehr oft die Spieler ohne Dusche und Bier nach Hause fahren, selbst nach größeren Turnieren. Dank der Initiative des CTC-Vorsitzenden Bernd Janssen wurde aus dem CTC und der Casino Gesellschaft am 22. April 1961 die Casino Tennis-Gesellschaft, die nach dem Zusammenschluss 179 Mitglieder hatte. Zum Vorsitzenden wurde Paul Rullmann gewählt. Der 2. Vorsitzende hieß Bernd Janssen (ab 1963 Dr. Manfred te Neues).Die durch diese Fusion entstandene Euphorie war schnell verflogen. Denn die Rahmenbedingugen blieben unbefriedigend. Es gab zwar Überlegungen, Gebäude und Gelände mit der Stadt gegen eine neue Anlage im Grüngürtel zu tauschen, doch das hätte erst in zwei bis drei Jahren verwirklicht werden können. Daher wurde auf der Versammlung vom 10. Mai 1965 beschlossen, ein Umkleidegebäude im hinteren Teil des Gartens zu bauen. Ende des Jahres hatte die alte Bretterbude ausgedient. Umkleidepavillon und Zuschauerterrasse wurden eingeweiht.
1966 übernahm Dr. Eduard Burlage den Vorsitz. Die folgenden Jahre brachten zwar einen ständigen Aufschwung des Tennisbetriebs, doch das marode Vereinshaus belastete die Kasse enorm. Das gesellschaftliche und kulturelle Leben stagnierte. 1972 übernahm Jan te Neues den Vorsitz, der im letzten Jahr für 50 jährige Mitgliedschaft im Casino geehrt wurde. Aufgrund der schlechten Finanzlage erarbeitete der Vorstand verschiedene Lösungsmöglichkeiten. 1. Renovierung des vorhandenen Clubhauses. 2. Neubau eines Clubhauses auf dem hinteren Gelände und Verkauf des vorderen Teils mit Anbauten. 3. Verkauf der gesamten Anlage und Neubau im Sportzentrum.

 

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Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile entschied die Mitgliederversammlung vom 29.März 1973 sich für den Vorschlag drei. Doch mit einer kurzfristigen Umsiedlung war angesichts der Rezession auf dem Baumarkt nicht zu rechnen. Als Übergangslösung wurde ein Teil des Gebäudes am Hessenring an die Stadt für ein Jugendzentrum vermietet. Der Tennissport blieb davon unberührt. 1973 hatte der Verein 60 Jugendliche. Die Zahl der Medenmannschaften nahm zu. Die sehr schleppend verlaufenden Verhandlungen wegen des Verkaufs der alten Anlage wurden plötzlich beschleunigt. Die Firma Horten war auf der Suche nach einem geeigneten Gelände für ein Warenkaufhaus und hatte das Casino-Gelände im Auge

 

Im Juli 1975 wurde der Vorstand beauftragt, die Anlage Hessenring zu verkaufen und im Sportzentrum eine neue Tennisanlage zu bauen. Der 1. Vorsitzende Jan te Neues hatte durch sein Engagement wesentlichen Anteil am Gelingen der Umsiedlungsmaßnahmen. Am 11. Juni 1976 gab das Architekturbüro Ruland und Stelzer die vier neuen Tennisplätze frei. Das Clubhaus nebst Wohnung wurden im darauf folgenden September eingeweiht. Damit hatte das Casino sein drittes eigenes Domizil.

 

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Die neue attraktive Anlage löste lange Zeit eine Welle von Eintrittsgesuchen erwachsener und jugendlicher Bewerber aus. Ihnen konnte nur in beschränktem Umfange stattgegeben werden, um die Spielmöglichkeiten nicht auf ein unzuträgliches Maß reduzieren zu müssen. 1980 wurde daher der Bau des fünften Platzes beschlossen. In den folgenden Jahren ging auch am Casino der Aufschwung des Tennissports zum Volkssport nicht spurlos vorbei. Das spiegeln die Protokolle der Jahreshauptversammlungen wider. In der Hauptsache ging es um Fragen der Bewirtschaftung des Clubhauses, ob Verpachtung oder Geschäftsführung, um Mitgliederangelegenheiten, um die Ausgabe von Verzehrmarken, um den Trainings- und Spielbetrieb, um den Erhalt und die Pflege der Anlage, um Platzordnung oder gesellige Veranstaltungen.

Als der Becker-Boom stark nachließ, kehrten auch dem Casino viele Mitglieder den Rücken. Aufgrund der hohen Altersstruktur wechselten viele Tennisspieler zum Golf oder mussten aus gesundheitlichen Gründen aufhören. Die Zahl der aktiven Mitglieder sank fast auf unter 100. Mitte der neunziger Jahre hatte der Verein nur noch wenige Jugendliche. Der Mitgliederschwund konnte gestoppt werden. Seit Anfang 2000 geht die Mitgliederzahl sogar wieder kontinuierlich nach oben. Besonders im Jugendbereich ein toller Aufschwung zu verzeichnen, der im Tennisverband fast beispiellos ist. Innerhalb kurzer Zeit wurde die Zahl von 50 auf 100 verdoppelt. Das Casino hat sich im Laufe der Jahr zu einem Club entwickelt, in dem jeder Bürger der Stadt Kempen und Umgebung willkommen ist. Aufgrund der Vorstandsarbeit in den letzten zehn Jahren steht das Casino nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich auf sehr gesunden Füßen. Lediglich das etwas in die Jahre gekommene Dach des Clubhauses könnte in den kommenden Jahren ein Loch in die Vereinskasse reißen. Ansonsten sorgten in diesem Jahr umfangreiche Renovierungsmaßnahmen dafür, dass Clubhaus und Pächterwohnung in einem sehr guten Zustand sind. Insgesamt gehört unsere Tennisanlage zu den schönsten im Tenniskreis Viersen oder sogar darüber hinaus. Die Casino Tennis-Gesellschaft hat in ihrer langjährigen Geschichte stets bewiesen, dass sie Probleme meistern und sich dem Wandel der Zeit anpassen kann. Der Vorstand ist zuversichtlich, dass sich auch in Zukunft Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Casino wohl fühlen und Freude am Tennis haben werden.

 

 

 

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Beiträge & Aufnahme

Unsere Jahresbeiträge ab 2013:

 

Beiträge: (Euro) Aufnahmegebühr: Jahresbeitrag:
1. Mitglied, tennisspielend (aktiv) 200,- 270,-
2. Ehepartner, tennisspielend 200,- 140,-
3. Kind, Jugendlicher bis 18 Jahre zu 1. 100,- 69,-
4. Kind, Jugendlicher bis 18 Jahre 100,- 84,-
5. Mitglied, nicht tennisspielend (passiv) ——- 35,-
6a. Jugendtraining: 4er-Gruppe 30,-/monatlich
6b. Jugendtraining: 3er-Gruppe 40,-/monatlich

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Statuten vom 31. Juli 1841

Der Name Casino wird beschlossen

Statuten für die geschlossene Gesellschaft Casino in Kempen

Paragraph 1

Die hier seit dem Jahre 1806 zur geselligen Unterhaltung bestandene geschlossene Gesellschaft wird auf unbestimmte Zeit unter den nachstehenden Statuten fortgesetzt.

Paragraph 2

Die geschlossene Gesellschaft nimmt den Namen „Casino“ an und bezweckt die Unterhaltung und Beförderung eines freundschaftlichen, gesitteten Umgangs und geselliger anständiger Vergnügungen.

Paragraph 3

Die Gesellschaft ist zusammengesetzt: aus ordentlichen und außerordentlichen Mitgliedern, deren Rechte und Pflichten unten näher bestimmt werden.

Paragraph 4

Zum Versammlungslokal der Gesellschaft ist das, auf den Grund eines Beschlusses der General-Versammlung vom 6. April dieses Jahres, von dem Eigentümer Herrn Heinrich Kehren angekaufte Wohnhaus bestimmt.

Paragraph 5

Da die 1550 Taler betragende Kaufsumme dem Kaufvertrage zufolge, bis zur nähern, sechs Monate vorherigen Kündigung gegen vier und ein halb Prozent Zinsen stehen bleibt, so werden diese Zinsen von den sämtlichen Mitgliedern der Gesellschaft ratierlich aufgebracht und jährlich beigenommen. Sollte das Kaufkapital selbst zur Ablegung kommen und dasselbe nicht durch ein neues Anlehen aufgebracht werden können, so sind die zeitlichen ordentlichen Mitglieder verpflichtet, zu dessen Tilgung ratierlich beizutragen.

Paragraph 6

Die Kosten der in Gemäßheit des vorrelatierten Beschlusses der General-Versammlung nach dem Plan des Kreisbaumeisters Lüdke zu machenden Vergrößerung und respektive Verschönerung des Lokals, sollen durch freiwillige Vorschüsse des Mitglieder,
der sogenannten Aktien jeder zu 25 Taler, aufgebracht und in sofern solches nicht geschehen könnte, der Rest von sämtlichen ordentlichen Mitgliedern des Gesellschaft ratierlich beigetragen werden.

Paragraph 7

Diese Aktien werden bis zur Ablage mit 5% vom Jahre verzinst, welche Verzinsung mit dem ersten August dieses Jahres ihren Anfang nimmt und den sämtlichen Mitgliedern zur
Last fällt.

Paragraph 8

Mit jedem Jahre, zwar mit dem 1. August 1842 zum ersten Mal, werden vier Aktien, zusammen also 100 Taler, zurück erstattet. Sollte diese Rückerstattung nicht aus der Gesellschaftskasse geschehen können, so haben die sämtlichen ordentlichen Mit-
Glieder hierzu ratierlich beizutragen.
Die Reihenfolge der Rückerstattung wird jährlich durch das Los bestimmt, jedoch haben hierbei zunächst den Vorzug:
a) die Erben der mit Tod abgegangenen Mitglieder;
b) diejenigen Mitglieder, welche dadurch aus der Gesellschaft scheiden, dass sie die hiesige Stadt verlassen; dann
c) jene, welche mehr als eine Aktie gezeichnet haben.

Paragraph 9

Die Einziehung der Aktien, so wie des zufolge §6 von den ordentlichen Mitgliedern ratierlich zu leistenden Mehrbeitrages der Baukosten geschieht durch die in der oben erwähnten General-Versammlung vom 6. April erwählte Baukommission, nach Maßgabe des Bedürfnisses.

Paragraph 10

Nur die ordentlichen Mitglieder haben Stimmrecht und Anspruch an das Eigentum der Gesellschaft. Beides erlöscht durch Tod, Austritt oder Exclusion.

Paragraph 11

Als außerordentliche Mitglieder können nur diejenigen aufgenommen werden, deren Aufenthalt in der Stadt Kempen allen Anschein hat, nicht lange zu währen, und sind solche nur auf die Dauer eines Jahres zulässig. Bei längerem Aufenthalte treten solche nach Ablauf des Jahrs als ordentliche Mitglieder in die Gesellschaft ein, ohne das es dann einer neuen Ballotage zur Aufnahme als solche bedarf. Diese Bestimmung gilt auch für die vorhandenen außerordentlichen Mitglieder, und soll deren Zeit ein Jahr vom Tage der Unterzeichnung der gegenwärtigen Statuten ablaufen, insofern die nach den früheren Bestimmungen geltende 2-Jährige Frist für dieselben nicht schon früher zu Ende geht.

Paragraph 12

Jedes Mitglied hat das Recht:
a) sämtliches Eigentum des Gesellschaft zu benutzen.
b) Einsicht der Protokolle, der Gesellschafts-Rechnungen und deren Belege zu nehmen.
c) Freunde, nämlich Personen, welche nicht in der Stadt Kempen wohnen, in die Gesellschaft einzuführen
d) bei Bällen und Konzerten oder sonst außerordentlichen Begebenheiten ihre Söhne, Brüder und sonstige Anverwandten einzuführen, sofern sie nicht über 21 und unter 15 Jahre alt sind, so wie auch Damen im Allgemeinen.

Paragraph 13

Dagegen ist jedes Mitglied verpflichtet:
a) sich in der Gesellschaft der Art zu benehmen, dass die Unterhaltung nicht gestört werde.
b) Die von der Gesellschaft beschlossenen Eintrittsgelder und Beiträge längstens binnen 14 Tagen nach der Festsetzung und Bekanntmachung zu bezahlen, welche Frist bei abwesenden Mitgliedern vom Tage ihrer Rückkehr zu laufen beginnt.
c) Sich den in der Generalversammlung gefassten Beschlüssen zu unterwerfen.
d) Sich den Anordnungen des Vorstandes zu fügen. Alles unter den Strafen, welche unten näher bestimmt werden.

Paragraph 14

Die Angelegenheiten der Gesellschaft werden durch einen Vorstand besorgt, welcher alljährlich am 1. Oktober von den ordentlichen Mitgliedern der Gesellschaft durch schriftliche Abgabe der Stimme nach absoluter Stimme Mehrheit gewählt wird.
Dieser Vorstand besteht aus drei Direktoren, wovon einer nach der unter sich zu treffenden Wahl zugleich die Geschäfte des Sekretärs besorgt, welch letzterer auch für das folgende Jahr noch Mitglied des Vorstandes (jedoch nicht mehr als Sekretär) zu bleiben verpflichtet ist. Im Übrigen haben alle gleiche Rechte und Pflichten.

 

Paragraph 15

Zu gleicher Zeit und ebenso durch Stimmzettel nach absoluter Stimmenmehrheit, wählt die Gesellschaft denn auch unter sich zwei Ökonomen, denen die Anschaffung der Getränke und überhaupt die Besorgung der Ökonomie der Gesellschaft, unter der Bestimmung des Vorstandes, obliegt. Einer dieser beiden Ökonomen besorgt zugleich die Geschäfte eines Rendanten (Rechnungsführer) der Gesellschaft, und hat bei Ablauf des Verwaltungsjahres dem Vorstand Rechnung abzulegen, welch letzterer zur Décharge-Erteilung (Entlastung) ermächtig ist.

Paragraph 16

Zu den obigen Funktionen können nur ordentliche Mitglieder der Gesellschaft gewählt werden und darf derjenige, welcher gewählt wird, sich dieser Verpflichtung nicht entziehen, es sei denn, dass das gewählte Mitglied innerhalb der letzten drei Jahre bereits eine Verwaltungsstelle hat, und bei den Ökonomen noch insbesondere, dass der Gewählte das
Alter von sechzig Jahren erreicht habe, oder dass derselbe es vorziehe, statt des Amtes, 15 Jahre in die Gesellschaftskasse zu bezahlen, welches Opfer in der Folge zu denselben
Ansprüchen berechtigt, als ob der Gewählte das Amt wirklich wahrgenommen habe.

Paragraph 17

Dem Gesellschaftsvorstand obliegt es:
a) die Gesetze der Gesellschaft und die Ordnung zu handhaben
b) die Beiträge in den hiernach festgesetzten Beiträgen auszuschreiben und für den Rendanten zur Einziehung anzuweisen
c) das Vermögen der Gesellschaft zu verwalten, für dessen Konservierung bestens zu sorgen und über desselben bei jedem Wechsel der Ökonomen Inventarium aufzunehmen.
d) Über die Beschlüsse der Gesellschaft unter namentlicher Angabe der stimmenden Mitglieder, in ein eigens dazu bestimmtes Buch Protokoll aufzunehmen und solches durch seine Unterschrift zu vollziehen.

Paragraph 18

Derselbe Gesellschaftsvorstand ist dagegen befugt, ohne Anfrage:
a) die laufenden Bedürfnisse anzuschaffen
b) auch im Laufe des Jahres für Mobilien und sonstige Utensilien die Summe von 30 Talern zu verwenden.
c) Die Preise der wie vorbesagt nach seiner Bestimmung von den Ökonomen anzuschaffenden Getränke, Karten der Bälle, Konzerten u.s.w. festzusetzen, wobei jedoch der Nutzen auf die Weine 20% nicht übersteigen darf.
d) Freunden, welche sich einige Zeit in der Stadt oder Umgegend aufhalten, mittelst einer unentgeltlich auszustellenden Karte, die Erlaubnis zu erteilen, die Gesellschaft zu besuchen.

Sollte ein Mitglied des Vorstandes die Getränke selbst liefern wollen, so darf dasselbe selbstredend an der Auswahl Anteil nehmen, und sind die beiden übrigen Mitglieder des Vorstandes, dann verpflichtet, an dessen Stelle ein anderes Mitglied der Gesellschaft nach ihrer Wahl zuzuziehen. Auch hat der Vorstand dafür zu sorgen, dass beim Ablauf des Jahres die Vorräte der Getränke so gering als tunlich sind.

Paragraph 19

In die Gesellschaftskasse fließen:
a) das hiermit für jedes ordentliche Mitglied auf 10 Taler festgelegte Eintrittsgeld, welches bei der Aufnahme zu entrichten ist;
b) die jährlichen Beiträge, welche wir bisher auf 4 Taler festgestellt bleiben, jedoch nach Maßgabe des Bedürfnisses von dem Vorstande, ohne Zurechnung der zur Ergänzung des Baukapitals erforderlichen Fonds, bis auf 8 Taler erhöht werden können und sowohl die außerordentlichen, als die ordentlichen Mitglieder zu bezahlen haben.
c) Die eingehenden Strafgelder, der Ertrag der Eintrittskarten zu Bällen und Konzerten und diverserer sonst nachkommenden Einnahmen der Gesellschaft.
d) Der Erlös der Ökonomie.

Paragraph 20

Aus der Gesellschaftskasse werden bestritten:
a) die Kosten des Zeitungen und Journale, deren wenigstens zwei gehalten werden sollen, und die beim Anfange eines jeden Jahres von der Gesellschaft gewählt werden.
b) Die Kosten der von der Gesellschaft beschlossenen Bälle, derer in jedem Jahre wenigstens zwei, zwar einer an Silvesterabend und der andre am Sonntag des Karnevals gehalten werden sollen;
c) jene der Konzerte
d) jene der außergewöhnlichen Anschaffungen in Folge der Beschlüsse der Gesellschaft oder wozu der Vorstand nach §18.b befugt ist.
e) Die Kosten der Ökonomie

Paragraph 21

Der Gesamtwille der ordentlichen Mitglieder ist für
Jedes einzelne Mitglied der Gesellschaft Gesetz.
Als Ausdruck dieses Gesamtwillens gilt bei der Abstimmung
Absolute Stimmenmehrheit, wobei 2/3 der
Mitglieder anwesend sein müssen. Eine Ausnahme machen:
a) Aufnahme eines neuen Mitgliedes, wobei mindestens 2/3 der ordentlichen Mitglieder anwesend und von diesen wenigstens 2/3 für die Aufnahme sein müssen.
b) Der Fall der Exclusion, wie solches im §33 hiernach bestimmt ist.

In den Fällen, wo absolute Stimmenmehrheit vorgeschrieben ist wird bei einer Stimmgleichheit von neuem gestimmt. Bei einer zweiten Stimmgleichheit entscheidet die Meinung des Vorstandes.

Paragraph 22

Vorschläge, die nach dem Ermessen des Vorstandes von Wichtigkeit sind, und insbesondere solche unbedingt, welche die Abänderung eines Gesetzes oder die Aufnahme eines neuen Mitgliedes zum Gegenstand haben, sollen acht Tage bevor darüber abgestimmt wird, durch Anhaftung im Gesellschaftslokale bekannt gemacht werden. Ende dieser Bekanntmachungen muss den Tag und die Stunde enthalten, wann darüber abgestimmt werden soll und wenigstens von einem Mitgliede des Vorstandes unterschrieben sein.

Paragraph 23

Bei allen Beratschlagungen macht der Vorstand allein den Vorschlag und den Vortrag. Andere Mitglieder müssen die ihrigen einem Mitgliede des Vorstandes schriftlich übergeben, dass seinerseits verpflichtet ist, auf Verlangen mit Verschweigen des Namens des
Urhebers dafür zu sorgen, dass sie zum Vortrage und zur Abstimmung gelangen.

Paragraph 24

Jedes ordentliche Mitglied ist bei zehn Silbergroschen Strafe verbunden, an den zum Abstimmen ausgeschriebenen Versammlungen, welche drei Tage vorher schriftlich und unter Beziehung des betreffenden Gegenstandes durch Circular den Mitgliedern bekannt zu machen sind, Anteil zu nehmen. Nur Abwesenheit oder Krankheit können entschuldigen,
in solchen Fällen jedoch vorherige Anzeige oder spätere Entschuldigung erforderlich ist, deren Würdigung dem Vorstande überlassen bleibt. In Abwesenheit, Krankheit oder sonstigen Verhinderungsfällen ist auch die Vertretung durch ein anderes Mitglied zulässig, wozu jedoch schriftlicher Auftrag erforderlich ist. Bei allen Generalversammlungen ist die
Anwesenheit von Freunden nicht gestattet.

Paragraph 25

Gleich nach dem Schlage der angesetzten Versammlungsstunde, wenn die erforderliche
Anzahl der Mitglieder vorhanden ist, sonst eine Stunde nachher, werden die Namen der anwesenden Stimmberechtigten am Rande des Protokolls über die Ballotage verzeichnet und zur Ballotage geschritten. Diejenigen Mitglieder, welche nach dieser Stunde erscheinen, nehmen zwar Anteil an der Ballotage, falls solche dann noch nicht beendigt
sein sollte, sind jedoch in die gesetzliche Strafe verfallen. Kann wegen Mangels der gehörigen Anzahl der Mitglieder nach dem Schlage der zweiten Stunde die Ballotage nicht gleich beginnen, so muss dieselbe bis zu einen anderen Tage ausgesetzt werden.

 

Paragraph 26

Das Ballotieren geschieht auf folgende Art. Der dabei die Aufsicht führende Vorstand lässt
jedem Stimmenden zwei Kugeln – eine weiße und eine schwarze – zustellen, von welchen der Stimmende eine in das dazu bestimmte Kästchen wirft. Finden sich bei der Vergleichung mehr Kugeln als Stimmende, so ist die Ballotage ungültig und muss dann wiederholt werden.
Finden sich weniger Kugeln darin vor, so stimmen die fehlenden gegen den Vorschlag.

Paragraph 27

Wer sich als Mitglied der Gesellschaft vorschlagen lassen will, hat dieses durch ein anderes Mitglied dem Vorstande anzuzeigen, über die Aufnahme muss dann binnen 14 Tagen nach der Eingabe abgestimmt werden.

Paragraph 28

Niemand ist als Mitglied zulässig, der nicht das 21. Lebensjahr zurück gelegt hat.

Paragraph 29

Der Nichtaufgenommene kann erst sechs Monate nach der Ballotage zum zweiten Mal und u.s.w. wieder vorgeschlagen werden. Dasselbe gilt bei allen anderen zur Abstimmung gebrachten Vorschlägen.

Paragraph 30

Den neu aufgenommenen Mitgliedern werden gleich nach der Aufnahme die Statuten der Gesellschaft vorgelegt, es unterschreibt dieselbe und tritt dadurch in alle Rechte und Pflichten der Mitglieder der Gesellschaft.

Paragraph 31

Für den Fall dass willkürlichen Austritts zeigt das Mitglied seine Absicht dem Vorstande an, und dasselbe verliert durch einen solchen alle Rechte und Ansprüche, welche es als Mitglied hatte, bleibt jedoch nach wie vor zu allen Beiträgen des laufenden Rechnungsjahres verpflichtet.

Paragraph 32

Wer einmal freiwillig ausgetreten ist, und später wieder zugelassen zu werden wünscht, wird wie jeder behandelt, der zum ersten Male der Gesellschaft beitritt. Derjenige jedoch, welcher dadurch aus der Gesellschaft austritt, dass er die hiesige Stadt verlässt, soll bei seiner späteren Zurückkunft auf Verlangen und nach vorheriger Anzeige bei dem Vorstande ohne Ballotage und Eintrittsgeld wieder aufgenommen werden; für diesen Fall hört die Pflicht des Beitrages zu den Ausgaben mit dem Tage des Austritts auf.

Paragraph 33

Der Gesellschaft steht es zu, einzelnen Mitgliedern aus dem Bunde zu entfernen.
Der Vorschlag hierzu muss von drei ordentlichen Mitgliedern ausgehen, schriftlich und auf Grunde gestützt sein, und im Besonderen vor Sitzung beraten und entschieden werden.

Die Ausschließung des Mitgliedes ist nur dann beschlossen, wenn wenigstens ¾ der ordentlichen Mitglieder anwesend sind und von diesen wenigstens ¾ derselben für die Austretung gestimmt haben.

Paragraph 34

Der Vorstand ist verpflichtet, in geeigneten Fällen jedes Mitglied der Gesellschaft zur Ordnung zu ermahnen und falls dieser Ermahnung keine Folge gegeben wird, zur Ordnung aufzufordern. Jedes Mitglied ist verpflichtet, dieser Aufforderung bei Vermeidung einer Strafe von drei Talern Folge zu leisten. Über die Anwendbarkeit dieser Strafe entscheidet der Vorstand.

Paragraph 35

Sollten gegen Erwarten Beleidigungen jeder Art unter den Mitgliedern der Gesellschaft im Gesellschaftslokale vorfallen, so sind die Beteiligten bei Strafe der Exclusion verpflichtet, bevor sie dieserhalb klagend bei Gericht auftreten, von dem Vorstande der Gesellschaft zur Sühne zu erscheinen. Im Falle alsdann eine gütliche Beilegung der Streitigkeiten nicht erfolgen sollte, so darf sie erst 14 Tage nach dem Vorfalle von dem einen oder anderen
Mitgliede zur Klage bei Gericht vorgebracht werden.

Paragraph 36

Wer die Eintritts- , Beitrags-, Straf- und sonstigen Gelder in den bestimmten Terminen nicht bezahlt, auch auf eine deshalbige Anmahnung hierin länger als 14 Tage säumig bleibt, soll von dem Vorstande schriftlich zur Zahlung aufgefordert werden und falls er binnen zwei Monaten dieser Aufforderung keine Genüge leistet, ohne weiteres von der Gesellschaft ausgeschlossen sein. In der Zahlungsaufforderung hat der Vorstand das betreffende Mitglied auf die hier festgelegte Strafe aufmerksam zu machen.

Paragraph 37

Mitglieder, welche Fremde in die Gesellschaft einführen, haben bei Vermeidung einer Strafe von 10 Groschen deren Name, Stand und Wohnort in das dazu bestimmte Buch bei dem Eintritt in die Gesellschaft einzutragen, und sind außerdem für das anständige Benehmen das eingeführten Fremden, so wie für die Bezahlung dessen Verzehrs verantwortlich.
Fremde, welche Erlaubniskarten der Vorstandes – §18 c – die Gesellschaft besuchen, sind von dem Sekretär in dasselbe Buch ebenfalls bei Vermeidung einer nämlichen Strafe
von 10 Talern gleich einzutragen.

Paragraph 38

Hazardspiele aller Art sind verboten, bei Strafe von einem Taler in jedem Übertretungsfalle und für jeden Spieler. Entsteht Zweifel über die Natur des Spiels, so entscheidet darüber der Vorstand.

Paragraph 39

Das Tabakrauchen ist bei Bällen und Konzerten im Saale nicht gestattet.

Paragraph 40

Beim Ende eines jeden Vierteljahres soll von dem Vorstande ein Verzeichnis der verfallenen und einzuziehenden Strafen angefertigt und jeder Strafpflichtige zur Entrichtung der Strafe schriftlich aufgefordert werden. Wird von diesen binnen 8 Tage nach der Aufforderung keine Erinnerung wegen eines Irrtums vorgebracht, so soll die Strafe als anerkannte angesehen und binnen 14 Tage nach Zahlungsaufforderung in die Gesellschaftskasse gezahlt werden.
Die Eintreibung dieser Strafe erfolgt wie die übrigen rückständigen Beiträge.

Paragraph 41

Die Auflösung der Gesellschaft kann nicht anders erfolgen, als wenn wenigstens drei Viertel der ordentlichen Mitglieder solches schriftlich fordern. Im Falle dieser Auflösung werden zuerst alle Schulden abgetragen, dann das Vermögen verkauft und der Betrag unter die ordentlichen Mitglieder der Gesellschaft zu gleichen Teilen verteilt. Der Verkauf und die Teilung ist auf Anstehen der zeitlichen Mitglieder des Vorstandes zu bewirken.

Paragraph 42

Vorstehende Statuten, zu deren pünktlicher Befolgung sich die Mitglieder der Gesellschaft durch ihre Unterschriften verpflichten, sollen einer Königlichen Regierung zur Genehmigung vorgelegt werden.

Paragraph 43

Gegenwärtige Statuten sollen gedruckt werden.

Kempen, den 31. Juli 1841

 

 

 

 

 

 

 

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